Sonntag, 05. Juli 2026
"Wir gehören zusammen"
Das 40-jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen der Pfarrei Rwankuba in Ruanda und der Pfarrei Hl. Katharina von Siena ist mit einem Festgottesdienst gefeiert worden.
Seit 40 Jahren besteht eine enge Partnerschaft zwischen der Pfarrei Hl. Katharina von Siena und der Pfarrei Rwankuba in Ruanda. Der Förderkreis Rwankuba hat in dieser Zeit zahlreiche Projekte unterstützt. Das Jubiläum ist am Samstag, 4. Juli, mit einem Festgottesdienst in der Kirche St. Michael in Ludwigshafen-Maudach gefeiert worden. Es zelebrierten Antoine Kardinal Kambanda, Erzbischof von Kigali, und Weihbischof em. Otto Georgens.
„Wir sind nicht nur Gebende, sondern auch Empfänger“, sagte Weihbischof em. Otto Georgens in seiner Begrüßung. Die Partnerschaft sei keine Einbahnstraße: „Wir gehören zusammen“, betonte Georgens. Mit dem Festgottesdienst feiere die Pfarrei das, was aus kleinen Anfängen gewachsen ist. „Und wir gehen voll Vertrauen in die Zukunft“.
Kardinal Kambanda hob in seiner Predigt die Freundschaft und Brüderlichkeit hervor, die die Partnerschaft von Beginn an kennzeichne. „Wir sind zutiefst dankbar für die Liebe und wohlwollende Herzlichkeit, die Ihr uns gezeigt habt“, so der Kardinal.
Am Ende des Gottesdienstes, den Studierende aus Ruanda trommelnd und singend musikalisch gestalteten, blickte Marlene Schneider auf die 40 Jahre der Partnerschaft zurück. Seit 1982 gibt es die sogenannte Graswurzelpartnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda, seit 1986 pflegt die Gemeinde St. Michael in Maudach eine Partnerschaft mit der Gemeinde Rwankuba. Professor Hans Kirsch, der auch am Gottesdienst teilnahm, habe nach einer Studienreise den Anstoß zur Partnerschaft gegeben, berichtete Schneider. „Rwankuba war damals eine Pfarrei auf vielen Hügeln, ohne asphaltierte Straßen und gezeichnet von großer Not und Elend.“
Vor 25 Jahren hat Marlene Schneider den Vorsitz des Förderkreises Rwankuba übernommen. Zahlreichen Menschen hat sie seitdem Ruanda, Rwankuba und das Engagement des Fördervereins nähergebracht. „Die Art der Partnerschaft ist etwas ganz Besonderes“, sagte sie. „Sie ist geprägt von persönlichen Begegnungen, basiert auf Vertrauen und auf Augenhöhe“.
Insgesamt flossen über 800.000 Euro Spenden in die Partnergemeinde. Davon wurden Milchkühe ebenso finanziert wie Schul- und Krankenhausgebäude, Zisternen, eine Biogasanlage oder 36 neue Häuser nach einem Starkregen 2020. „Der Schwerpunkt des Engagements liegt auf Bildung und die berufliche Ausbildung junger Menschen“, betonte Schneider. So hat mittlerweile auf ihre Vermittlung jede Schule in Rwankuba eine Partnerschule in Ludwigshafen.
Eine davon ist die IGS Gartenstadt, die alljährlich mit einem Ruanda-Lauf Spenden sammelt. Schulleiter Thomas Lück und Marcel Jurkat, Protokollchef der Stadt Ludwigshafen, überbrachten in ihren Grußworten Glückwünsche. Jurkat sprach in Vertretung des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten und des Ludwigshafener Oberbürgermeisters. (ako)






