Freitag, 27. März 2026

Karwoche und Ostern am Dom zu Speyer 2026

Hier finden Sie eine Übersicht der Gottesdienste in der Karwoche und zu Ostern.

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche oder Heilige Woche, in der die Kirche des Leidens und Sterbens Jesu Christi gedenkt. Am Vorabend, Samstag, 28. März, findet um 18 Uhr ein Passionskonzert im Dom statt. Die Seniorenkantorei der Dommusik singt die Markuspassion von Reinhard Keiser. Die instrumentale Gestaltung übernimmt die Mannheimer Kammerphilharmonie. Die Leitung liegt in den Händen von Michael Marz. Tickets sind in der Dom-Info sowie über den Vorverkauf von Reservix erhältlich.

Am Palmsonntag, 29. März, feiert Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann um 10 Uhr ein Pontifikalamt mit Palmweihe. Bei gutem Wetter beginnt der Gottesdienst am Ölberg im Domgarten. Die Gemeinde zieht dann anschließend in einer gemeinsamen Prozession durch den Domgarten und dann in den Dom. Die Domsingknaben und die Dombläser gestalten diesen Gottesdienst feierlich mit Musik von Christian M. Heiß, Melchior Franck, Heinrich Schütz u.a. Die Orgel spielt Domorganist Markus Eichenlaub.

Am Montag der Karwoche findet die sogenannte „Chrisammesse“ statt. An diesem Tag werden in der Bischofskirche die für die Sakramentenspendung benötigten heiligen Öle geweiht. Die Priester der Diözese sind zur Mitfeier eingeladen, die Dekane nehmen das geweihte Öl für den Gebrauch in den Pfarreien mit. Bischof Dr. Wiesemann zelebriert die Chrisammesse gemeinsam mit den Dekanen des Bistums am 30. März um 17 Uhr. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Mädchenchor am Dom zu Speyer mit der „Messe in A“ von Christopher Tambling und Musik von Josef Gabriel Rheinberger. Der Gottesdienst wird live auf den Youtube Kanälen von Dom, Dommusik und Bistum übertragen (z.B. https://www.youtube.com/@domzuspeyer_official/streams)

Am Mittwoch der Karwoche, 1. April, um 19:30 Uhr, findet im Dom eine musikalische Meditation zur Karwoche in der Reihe Cantate Domino bei freiem Eintritt statt, welche die Leidensgeschichte Christi in besonderer Art und Weise erfahrbar macht. Domdekan em. Dr. Christoph Maria Kohl liest die Passionsgeschichte nach Matthäus in 17 Abschnitten, nach jedem Text interpretiert die Schlagzeugerin Leonie Klein das Gehörte musikalisch. „Schlag auf Schlag“ erzählt so in Kombination von Wort und Musik die Passion Christi. Das Schlagwerk kommentiert und interpretiert den Text und überführt ihn in eine körperlich-emotionale Ebene.

Die heiligen drei Tage, das „Triduum Paschale“, beginnen mit dem Gründonnerstag, der in diesem Jahr auf den 2. April fällt. Am Morgen um 8 Uhr werden in der Apsis des Doms die Trauermetten gefeiert, es musiziert die Capella Spirensis. Dem Abendmahlsamt um 19.30 Uhr steht Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann vor. Musikalisch wird der Gottesdienst vom KathedralJugendChor mit Stücken von Giovanni P. da Palestrina, Ola Gjeilo, Giovanni Croce und Gregorianik gestaltet. Im Rahmen dieses Gottesdienstes am Gründonnerstag wird eine Fußwaschung stattfinden, bei der Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann Menschen unterschiedlichen Geschlechts und Alters symbolisch die Füße wäscht. Dies steht für die dienende Haltung, die auch Jesus selbst bei Jüngern vor dem letzten Abendmahl einnahm und die von der Liebe zum Nächsten gekennzeichnet ist.

Am Karfreitag, 3. April, finden um 8:30 Uhr die Trauermetten statt, die von der Capella Spirensis musikalisch gestaltet werden. Um 10 Uhr lädt die Dompfarrei Pax Christi zu einer Kreuzwegandacht für Kinder in den Dom ein, die Pfarrer Thomas Ott gestalten wird. Musikalisch gestaltet wird die Andacht von den Nachwuchs- und Aufbauchören des Mädchenchores und der Domsingknaben. Um 15 Uhr beginnt die Karfreitagsliturgie mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Weihbischof em. Otto Georgens, der die Predigt hält. Dieser Gottesdienst ist einmalig im ganzen Kirchenjahr und folgt einer besonders alten liturgischen Gestaltung. Es singen der Domchor und der KathedralJugendChor. Es erklingen bekannte Stücke Anton Bruckners „Christus factus est“ und „O Haupt voll Blut und Wunden“ von Johann Sebastian Bach sowie die Johannespassion von Hermann Schroeder und Werke von Giovanni P. da Palestrina, Tomàs Luis de Victoria und Claudio Monteverdi.

Am Karfreitag ist der Dom nur bedingt zur Besichtigung geöffnet. In den Beichtstühlen im nördlichen Seitenschiff kann zwischen 11 und 13 Uhr und ab 17 Uhr das Sakrament der Versöhnung empfangen werden.

Am Karsamstag, 4. April, beginnt der Tag im Dom mit den Trauermetten um 8 Uhr, musikalisch gestaltet von der Capella Spirensis. Das Hochfest der Auferstehung Jesu Christi wird ab 21 Uhr mit der Feier der Osternacht begangen. Zu Beginn liegt der Dom in völliger Dunkelheit. In der Vorhalle wird das Osterfeuer entzündet, bevor mit der Osterkerze und dem Ruf „Lumen Christi – Deo gratias“ (Christus, das Licht – Dank sei Gott) das Licht in die Kathedrale hineingetragen wird. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann wird die Osternacht im Dom zelebrieren. Der KathedralJugendChor, der Domchor und die Dombläser sorgen für die feierliche musikalische Gestaltung mit Werken u.a. von Giovanni P. da Palestrina, Orlando di Lasso, Hans Leo Hassler. In diesem Gottesdienst erklingt auch erstmals seit Gründonnerstag wieder die Orgel des Doms, gespielt von Domorganist Markus Eichenlaub.

Am Ostersonntag, 5. April, feiert Bischof Wiesemann um 10 Uhr ein Pontifikalamt und um 16:30 Uhr eine Pontifikalvesper. Den Gottesdienst am Vormittag gestalten die Nachwuchs- und Aufbauchöre des Mädchenchores und der Domsingknaben sowie die Dombläser musikalisch mit Werken von Christian M. Heiß, Wipo von Burgund und Charles Wood. In der Vesper singt ein Vokalensemble der Dommusik. Am Abend feiert Domdekan em. Dr. Christoph Maria Kohl ab 20 Uhr „Gottesdienst im Dom – mal anders“. Er ist dem Thema „Fest der Auferstehung“ gewidmet. Die Mitfeiernden treffen sich fünf Minuten vor Beginn des Gottesdienstes am Nordwestportal des Doms.

Am Ostermontag, 6. April, wird um 10 Uhr Weihbischof em. Otto Georgens ein Pontifikalamt im Dom feiern. Es musiziert der Ferienchor der Dommusik Werke von Christopher Tambling und Josef Gabriel Rheinberger.

Domorganist Markus Eichenlaub spielt in den Hauptgottesdiensten an Ostersonntag und Ostermontag die Orgel.

Am Samstag, 25. April, 19:30 Uhr führt die Dommusik in einem festlichen Osterkonzert das Osteroratorium und das Himmelfahrtsoratorium von Johann Sebastian Bach auf. Die beiden reichen in der Bekanntheit nicht an das Weihnachtsoratorium heran, sind jedoch hörenswerte Meisterwerke des barocken Meisters. Es musiziert der Domchor Speyer zusammen mit namhaften Vokalsolisten und dem Barockorchester L´arpa festante. Tickets sind in der Dom-Info sowie über den Vorverkauf von Reservix erhältlich.

Konzerte der Karwoche und zu Ostern

 Barocke Passionsmusik

Am Samstag, 28. März, 19:30 Uhr, gibt es die Gelegenheit, die „Markuspassion“ von Reinhard Keiser zu erleben. Dieses Meisterwerk des Barocks zeugt eindrucksvoll von der emotionalen Kraft dieser Epoche. Erzählt wird die Leidensgeschichte Jesu gemäß dem Markus-Evangelium mit dramatischer Erzählweise und tiefreichender Musik, die Zuhörer bis heute berührt. Keiser, bekannt für seine Opern, zeigt in dieser Passion Bühnenleidenschaft: Dramatische Rezitative, gefühlvolle Arien und einprägsame Choräle führen mitten ins Geschehen. Als Vokalsolisten wirken Maximilian Fieth als Evangelist, Anabelle Hund (Sopran), Matthias Lucht (Altus), Nikolas Groth (Tenor) und Michael Roman (Bass) an der Aufführung mit. Unter der Leitung von Michael Marz singen und spielen die Seniorenkantorei der Dommusik Speyer und die Kammerphilharmonie Mannheim.

Tickets (25 Euro, erm. 15 Euro, mit Rheinpfalz-Card 22,50 Euro) in der Dom-Info, den Reservix Vorverkaufstellen sowie online:https://www.reservix.de/tickets-reinhard-keiser-markuspassion-in-speyer-kaiserdom-am-28-3-2026/e2508329

Schlag auf Schlag – Die Passion Jesu Christi gelesen und musikalisch kommentiert

Am Mittwoch der Karwoche, 1. April, um 19:30 Uhr, findet im Dom ein ungewöhnliches Konzert statt. In ihm wird die Passion Jesu Christi auf besondere Art und Weise erfahrbar gemacht. Domdekan em. Dr. Christoph Kohl liest die Leidensgeschichte nach dem Evangelisten Matthäus in 17 Abschnitten, und nach jedem Textabschnitt interpretiert die Schlagzeugerin Leonie Klein das Gehörte musikalisch mit 50 Schlaginstrumenten – eine eigene Komposition für dieses Konzert. „Schlag auf Schlag“ gestaltet so in Kombination von Wort und Musik die Passion Jesu Christi. Das Schlagwerk kommentiert den Text und überführt ihn in eine körperlich-emotionale Ebene. Die vielfältigen Klangräume deuten dabei u.a. die unterschiedlichen Persönlichkeiten wie die von Petrus und Pilatus aus. Darüber hinaus wollen sie die inneren Bewegungen zwischen Angst und Gottvertrauen nachvollziehbar machen.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

 Festliches Osterkonzert

Zur Feier des Osterfestes erklingt im Dom Musik von Johann Sebastian Bach. Dieser schuf neben seinem aus sechs Kantaten bestehenden Weihnachtsoratorium auch ein Osteroratorium BWV 249 für den Ostersonntag 1725 und ein Himmelfahrtsoratorium für Christi Himmelfahrt im Jahre 1738. Im Jahr 2026 erklingen beide Werke gemeinsam in einem Konzert am Samstag, 25. April um 19:30 Uhr. Der Domchor Speyer singt gemeinsam mit den Vokalsoliten Jowoon Chung (Sopran), Lea Elisabeth Müller (Alt), Daniel Schreiber (Tenor) und Konstantin Paganetti (Bass). Die instrumentale Gestaltung übernimmt das Barockorchester L´arpa festante. Die Leitung liegt in den Händen von Domkapellmeister Markus Melchiori.

Bachs Oratorien zu Ostern und Himmelfahrt haben nie die Popularität ihres weihnachtlichen Pendants erreicht, doch hat Bach beide Kantaten offenbar sehr geschätzt und selbst zu seinen Lebzeiten mehrfach aufgeführt. Die beiden kurzen Oratorien sind absolute Meisterwerke und beschreiben einerseits in festlichen Sätzen mit Trompeten und Pauken den Osterjubel, stimmen aber auch sehr introvertierte Töne an, die die Osterfreude nach innen wenden.

Tickets (25 Euro, erm. 15 Euro, mit Rheinpfalz-Card 22,50 Euro) in der Dom-Info, den Reservix Vorverkaufstellen sowie online: https://www.reservix.de/tickets-festliches-konzert-zur-osterzeit-js-bach-osteroratorium-bwv-249-himmelfahrtsoratorium-bwv-11-in-speyer-kaiserdom-am-25-4-2026/e2508459

 

 Zum Hintergrund: Kar- und Osterwoche

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. Die Karwoche heißt Leidenswoche oder Klagewoche. Am Gründonnerstag wird die Einsetzung der Eucharistie gefeiert. Glocken und Orgel verstummen. Am Karfreitag und am Karsamstag ist keine heilige Messe. Der Gottesdienst am Karfreitag folgt einer besonderen und sehr alten liturgischen Ordnung: Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament, Leidensgeschichte nach dem Evangelisten Johannes, Große Fürbitten in den Anliegen der Kirche und der Welt, Kreuzenthüllung und Kreuzverehrung, sowie eine Kommunionfeier mit bereits am Gründonnerstag konsekrierten Hostien. In der Osternacht, entweder am Abend des Karsamstags nach Einbruch der Dunkelheit oder am frühen Morgen des Ostersonntags, begeht die Kirche die Auferstehungsfeier. In der Feier der Osternacht wird feierlich der Osterruf, das Alleluja, angestimmt.