Mittwoch, 28. Januar 2026

Wenn schwanger, dann ZERO!

Eine Wanderausstellung zu Fetalen Alkoholspektrumsstörungen ist vom 23. bis 27. Februar 2026 im HPH zu sehen.

Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann schwerwiegende und lebenslange Folgen haben. Darauf macht die interaktive Wanderausstellung „ZERO! – Wenn schwanger, dann ZERO!“ aufmerksam, die vom 23. bis 27. Februar 2026 im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen zu sehen ist. Die Ausstellung richtet sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene und setzt bewusst früh an: Ziel ist es, die zukünftige Elterngeneration für die Risiken von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zu sensibilisieren und Prävention wirksam zu verankern.

Im Fokus steht das Fetale Alkoholsyndrom (FASD). Es beschreibt eine Gruppe irreparabler Störungen im körperlichen, geistigen und sozialen Verhalten, die ausschließlich durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft verursacht werden. Nach Schätzungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung werden in Deutschland jährlich rund 15.000 Kinder mit FASD geboren. Damit gilt FASD als die häufigste angeborene Erkrankung – zugleich ist sie vollständig vermeidbar. Bereits geringe Mengen Alkohol können das ungeborene Kind dauerhaft schädigen. Der vollständige Verzicht auf Alkohol in der Schwangerschaft ist die einzige wirksame Prävention.

Die begehbare Ausstellung vermittelt diese Zusammenhänge anschaulich und interaktiv. Sie gibt Einblicke in die Entwicklung des ungeborenen Kindes und zeigt, wie Alkohol auf den Fötus wirkt. Menschen mit FASD kommen selbst zu Wort und schildern, wie sehr die Erkrankung ihren Alltag prägt und welche Hürden sie in Schule, Ausbildung, Beruf und sozialen Beziehungen immer wieder überwinden müssen. Weiterhin nimmt die Ausstellung auch gesellschaftliche und alltägliche Situationen in den Blick, in denen Frauen – oft unbewusst – zum Alkoholkonsum verleitet werden, und regt zur kritischen Reflexion sozialer Erwartungen an.

Begleitprogramm mit Fachvorträgen und persönlicher Perspektive

Ergänzt wird die Ausstellung durch zwei Fachvorträge am Montag, 23. Februar, und Mittwoch, 25. Februar 2026, jeweils um 14 Uhr. Referentin ist Katrin Lepke, stellvertretende Vorsitzende von FASD Deutschland e. V. sowie Adoptiv- und Pflegemutter von drei Kindern mit FASD. In ihren Vorträgen verbindet sie fachliche Informationen mit persönlichen Erfahrungen und beleuchtet neben den medizinischen Hintergründen auch die Herausforderungen für betroffene Familien sowie die Möglichkeiten und Grenzen bestehender Hilfesysteme. Im Anschluss findet jeweils eine gemeinsame Begehung der Ausstellung statt.

Die Ausstellung steht nachmittags von 14 bis 17 Uhr allen Interessierten offen. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei, für die Vorträge beträgt die Teilnahmegebühr 10 Euro. Eine Anmeldung ist auf der Homepage der Familienbildung unter www.familienbildung-ludwigshafen.de/veranstaltungen möglich.

Es handelt sich um eine Kooperationsveranstaltung der Familienbildung im Heinrich Pesch Haus, des Caritas-Zentrums Ludwigshafen und der Stadt Ludwigshafen am Rhein.

Bild: pixabay/Sylvie Tinseau