Donnerstag, 11. Juni 2026
"Ihre Arbeit macht unsere Gesellschaft menschlicher"
14 Personen haben ihr Zertifikat als ehrenamtliche Hospizbegleiter erhalten. Ab sofort begleiten sie schwerkranke und sterbende Menschen.
Ein besonderer Tag war der 10. Juni 2026 für 13 Frauen und einen Mann: Sie haben ihr Zertifikat als ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter erhalten. Sechs Monate lang haben sie sich intensiv mit Sterben, Tod und Trauer befasst. Nun begleiten sie schwerkranke und sterbende Menschen – zuhause, in Krankenhäusern oder Heimen.
„Sie haben ein Zeichen gesetzt und viel Energie eingebracht, um Menschen in einer sehr sensiblen Lebensphase zu begleiten“, sagte Christine Gundacker, Geschäftsführerin des Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes (AHPB) „Lebenswege“ bei der Zertifikatsübergabe am vergangenen Mittwoch. Orientierung, Verlässlichkeit und menschliche Nähe seien wichtiger denn je, vor allem in der Hospizarbeit. „Ihr leistet einen Beitrag, der unsere Gesellschaft menschlicher macht“, betonte Gundacker.
Sechs Monate dauert die Ausbildung zum zertifizierten ehrenamtlichen Hospizbegleiter. Das Zertifikat ist bundesweit anerkannt und die Ausbildung folgt den Vorgaben des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes.
Die 13 Frauen und der Mann haben sich dabei auf einen Weg eingelassen, der Mut, Kraft und Offenheit erfordert. Das wurde beim Rückblick auf die Themen des vergangenen halben Jahres deutlich. Nach einem zweitägigen Grundseminar im November 2025, in dem es um die Säulen der Hospizversorgung und die Struktur der Hospizlandschaft in Ludwigshafen und Umgebung ging, folgte der Aufbaukurs. In den Räumen des AHPB Lebenswege in Ludwigshafen-Friesenheim lernten die Teilnehmenden viel über Kommunikation, absolvierten Übungen zu Nähe und Distanz, befassten sich mit eigenen Abschiedserfahrungen und ihrer Biografie ebenso wie mit konkreten Themen rund um Sterben und Tod. Ein Praktikum, ein Ausflug in einen Friedwald und Einblicke in sozial-rechtliche Aspekte und vorsorgende Verfügungen rundeten die Ausbildung ab.
Auch Koordinatorin und Palliative-Care-Pflegekraft Katrin Reinhardt blickte auf „bewegende Momente, die nicht immer leicht waren“, zurück. Ein Hospizbegleiter müsse nicht alle Antworten parat haben. Wichtig sei es, da zu sein, zuzuhören und auf den schweren Wegen der Patienten mit Mut und Respekt mitzugehen. „Es geht darum, den Menschen zu zeigen: Du bist nicht allein“, gab sie den Ehrenamtlichen mit auf den Weg.
„Unsere Patienten freuen sich schon auf die Hospizhelfer“, verriet Christine Gundacker. Eingesetzt werden sie je nach persönlicher Vorliebe bei den Patienten zuhause, in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen.
Neben vielen Experten haben auch der Förderverein Hospiz und Palliativ für Ludwigshafen und den Rhein-Pfalz -Kreis sowie die Bürgerstiftung Ludwigshafen die Ausbildung unterstützt.
Info
Weitere ehrenamtliche Hospizbegleiter sind willkommen. Die nächste Ausbildung startet am 20. und 21. November 2026. Der AHPB Lebenswege lädt alle Interessierten am 29. Juli und 1. Oktober zu Informationsveranstaltungen ein. Am 22. August und 17. Oktober ist das Lebenswege-Team außerdem auf dem Friesenheimer Wochenmarkt zu finden.
Bild (Konrad): 14 neue ehrenamtliche Hospizbegleiter erhielten ihre Zertifikate
