Dienstag, 19. Dezember 2017
Die Krippe in St. Ludwig: Arbeit für einen ganzen Tag
Was wäre Weihnachten ohne Krippe? Sie ist ein ganz besonderer Ort in den Kirchen. Ohne Ehrenamtliche, die sich um den Aufbau kümmern, gäbe es sie nicht. Hier ein Beispiel aus St. Ludwig und vom „Aufbauteam“.
Es herrscht eine gelöste Stimmung unter den zehn Männern an diesem Samstagvormittag in der Kirche St. Ludwig – obwohl sie wissen, dass sie wohl noch bis zum Nachmittag damit beschäftigt sein werden, die Krippenlandschaft aufzubauen. Aber die zehn sind seit Jahren ein eingespieltes Team und haben Spaß an dieser Arbeit.
Die Leinwand als Hintergrund – sie besteht aus drei Teilen und ist etwa zehn Meter lang – hängt bereits an der Wand. Nun wird die Unterkonstruktion aus Metall zusammengeschraubt. Sie misst etwa 15 Quadratmeter. Wie sie aufgebaut werden muss und alle weiteren Schritte hat vor vielen Jahren Helmut Kintz entwickelt. Er war all die Jahre der „Chef“, bis er plötzlich verstarb. „Er fehlt uns“, sagt Klaus Scherer, und die Anderen nicken. Zum Glück hat er alles notiert – die technischen Details, aber auch die optischen. Denn bis Mariä Lichtmess wird die Krippe ihr Gesicht mehrmals verändern: Im ersten Bild ist der Prophet in der Wüste zu sehen, später, bis zum dritten Advent, erscheinen Maria und der Engel. Die Hirten auf dem Feld sind danach bis Weihnachten zu bewundern, wenn die Heilige Familie natürlich im Mittelpunkt steht. Später wird die Ankunft der Drei König gezeigt und am Ende dann noch das Verweilen der König an der Krippe.
Teamleiter ist inzwischen Rudolf Schwab geworden. Mit dabei seit vielen Jahren ist auch der christlich-albanische Verein. Alle kennen ihre Handgriffe, sehen, wo sie gerade anpacken müssen. Klaus Scherer, der schon als Messdiener beim Krippenaufbau half, nennt es „eine Berufung“, Jahr für Jahr dabei zu sein. Er weiß auch einiges über die etwa 30 Zentimeter großen Figuren zu erzählen: Sie entstanden 1949, aus allen möglichen Materialien, die gerade zur Verfügung standen. „Ihr ideeller Wert ist weitaus größer als ihr tatsächlicher“, sind die Männer sich einig. Außer Flickarbeiten – an den Figuren selbst oder an den Kleidern – ist alles noch so wie damals.
In der Krippenlandschaft kommen Naturmaterialien wie Heu und Kies zum Einsatz; das Gebirge ist aus Styropor gefertigt. Stolz sind die Männer auf den Brunnen, in dem Wasser fließt, und neu ist die Beleuchtung mit LED.
Der Lohn für die Mühe des Aufbaus ist ein gemeinsames Essen, das für die Männer zubereitet wird. Viel wichtiger ist ihnen aber die Aufmerksamkeit, die die Krippe beim Betreten und Verlassen der Stadtkirche erregt. „Jeder guckt hin und bleibt stehen“, freuen sie sich. Und wissen, dass – je näher Weihnachten rückt – die Krippe auch interessanter wird, weil immer mehr Figuren zu sehen sind.
Der diesjährige Krippenweg am Samstag, 30.12.2017, führt durch die Pfarrei Hll. Petrus und Paulus. An den Krippen in den einzelnen Kirchen gibt es meditative Impulse: um 14 Uhr in St. Sebastian, um 14.50 Uhr in Heilig Geist, um 15.40 Uhr in Herz Jesu und zum Abschluss im 16.30 Uhr in St. Ludwig.
Der Flyer zum Krippenweg steht hier zum Download bereit.
