Dienstag, 25. August 2026

"Ehrenamt ist eine wichtige Säule der Hospizarbeit"

Der AHPB Lebenswege sucht ehrenamtliche Hospizbegleiter. Infoabende finden am 2. September und 1. Oktober statt.

Der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst (AHPB) Lebenswege in Ludwigshafen sucht Menschen, die sich ehrenamtlich für schwerstkranke und sterbende Mitmenschen und deren Familien engagieren möchten. Wer sich für diese Aufgabe interessiert, kann sich ab sofort für die kommenden Informationsabende und das Grundseminar anmelden.

Das Team von Lebenswege begleitet Menschen in der letzten Phase ihres Lebens, zu Hause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten dabei eng mit speziell geschulten Ehrenamtlichen zusammen. Das Angebot ist kostenfrei und steht allen offen, unabhängig von Herkunft, Religion oder Weltanschauung.

Zeit, Nähe und ein offenes Ohr

„Ehrenamt ist eine wichtige Säule der Hospizarbeit. Ehrenamtliche schenken den Menschen, die sie begleiten, vor allem Zeit, Aufmerksamkeit und menschliche Nähe“, sagt Katrin Reinhardt, Koordinatorin und Palliative-Care-Pflegekraft beim AHPB Lebenswege. „Es geht darum, den Menschen zu zeigen: Du bist nicht allein“, ergänzt Beatrice Kaube, Koordinatorin Palliative Care und Fachkrankenschwester für Intensivpflege. Ein Hospizbegleiter müsse nicht alle Antworten parat haben, betont sie. Wichtig sei es, da zu sein, zuzuhören und die Patientinnen und Patienten mit Mut und Respekt auf ihrem Weg zu begleiten sowie die Angehörigen zu entlasten. Pflegerische oder medizinische Aufgaben übernehmen die Ehrenamtlichen dabei bewusst nicht.

Die Ausbildung im Überblick

Die Ausbildung zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter dauert sechs Monate und schließt mit einem bundesweit anerkannten Zertifikat ab. Sie folgt den Vorgaben des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes. Den Auftakt bildet ein zweitägiges Grundseminar, in dem es um die Säulen der Hospizversorgung und die Struktur der Hospizlandschaft in Ludwigshafen und Umgebung geht. Im anschließenden Aufbaukurs beschäftigen sich die Teilnehmenden mit Kommunikation und mit Übungen zu Nähe und Distanz. Auch die eigene Biografie und eigene Abschiedserfahrungen kommen zur Sprache, ebenso konkrete Themen rund um Sterben und Tod. Ein Praktikum, ein Ausflug in einen Friedwald sowie Einblicke in sozial-rechtliche Aspekte und vorsorgende Verfügungen runden die Ausbildung ab.

Erster Kontakt bei Infoabenden

Wer sich für das Ehrenamt interessiert, kann sich bei einem der beiden Infoabende am Mittwoch, 2. September, und am Donnerstag, 1. Oktober 2026, jeweils von 18 bis 19.30 Uhr in der Kreuzstraße 2 in Ludwigshafen-Friesenheim informieren. Eine Beratung zum Ehrenamt ist darüber hinaus jederzeit auch telefonisch möglich.

Grundseminar und Qualifizierung

Am 20. November 2026 von 18 Uhr bis 20:30 Uhr und am 21. November von 10 Uhr bis 15 Uhr folgt das zweitägige Grundseminar. Hier setzen sich die Teilnehmenden intensiver mit Begleitung, Sterben und Tod auseinander und klären im persönlichen Gespräch, ob das Ehrenamt zu ihnen passt. Das Qualifizierungsseminar selbst startet im Januar 2027 und läuft ein halbes Jahr lang mit je zwei Terminen im Monat.

Begleitung, die bleibt

Nach dem Kurs endet die Unterstützung durch Lebenswege nicht. Regelmäßige Fortbildungen und Supervisionen begleiten die Ehrenamtlichen weiter durch ihre Arbeit, ebenso der Austausch mit den hauptamtlichen Koordinatorinnen und Koordinatoren im Team.

Dass sich der Weg lohnt, zeigt der vergangene Jahrgang: Erst im Juni 2026 haben 13 Frauen und ein Mann ihre Ausbildung zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter abgeschlossen und ihr Zertifikat erhalten. Sie begleiten inzwischen schwerkranke und sterbende Menschen in Ludwigshafen und Umgebung.

Anmeldungen und Rückfragen nimmt Katrin Reinhardt entgegen, telefonisch unter 0621 4909-1333 oder per Mail an info@lebenswege-lu.de.

 

 

Bild (AHPB Lebenswege): Der erste Jahrgang ehrenamtlicher Hospizbegleiter erhielt im Juni seine Zertifikate