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Mittwoch, 15. Juni 2022

"Ein sehr bescheidenes Barock"

Die Kirche St. Cyriakus in Ludwigshafen-Ruchheim wird 250 Jahre alt. Das feiert die Gemeinde am Sonntag, 26. Juni, mit einem Festgottesdienst und anschließendem Empfang.

„Ein sehr bescheidener Barock“

1772. Diese Jahreszahl ist auf einem Stein über dem ursprünglichen Eingang zur Kirche St. Cyriakus in Ludwigshafen-Ruchheim zu lesen. Wer nun rechnet, weiß, dass das Gotteshaus in diesem Jahr auf eine 250-jährige Geschichte zurückblicken kann. Das feiert die Gemeinde am 26. Juni mit einem Festgottesdienst und anschließendem Empfang.

Das Jubiläum ist für Thomas Scherer und Roland Saive ein Grund, sich intensiver mit der Geschichte des spätbarocken Gotteshauses am westlichen Rand von Ruchheim zu befassen. Die Mitglieder des Gemeindeausschusses sind dafür eigens nach Ludwigshafen ins Stadtarchiv gefahren und haben im dortigen Fotoarchiv gestöbert. Allzu umfangreich sind die Bestände nicht, aber sie haben immerhin einige alte Fotografien und Postkarten gefunden. Der „Gruss aus Ruchheim Pfalz“ zum Beispiel zeigt die Sehenswürdigkeiten des Dorfes, das erst 1974 nach Ludwigshafen eingemeindet wurde – das Schloss, das Paul-Münch-Haus sowie die evangelische und natürlich die heute unter Denkmalschutz stehende katholische Kirche.

Besonders begeistert sind die beiden von einer Luftaufnahme aus dem Jahr 1958. „Hier sieht man sehr schön die ursprüngliche Lage des Eingangs“, sagt Roland Saive. Denn bis zur Renovierung 1986/88 gelangte man von der Seite in die Kirche. Damals wurde der Eingang an die Rückseite der Kirche verlegt, was einige Änderungen im Inneren nach sich zog: „Vorher war an der Stelle eine dunkle Ecke und ein Verschlag mit dem Glockenseil“, erinnert sich Roland Saive. In der Kirche sei alles sehr eng gewesen, es habe nur wenige Bänke gegeben, ergänzt Thomas Scherer. Mit dem neuen Eingang fanden dann mehr Gläubige Platz – 1500 zählt die Gemeinde übrigens im Jubiläumsjahr. Auch der Außenbereich ist seitdem umgestaltet worden und jetzt weitläufiger.

Bei einer Renovierung in den 1960er Jahren konzentrierte man sich vor allem auf das Innere – damals wurden die zahlreichen Malereien entfernt. „Dadurch ist sie nicht so überladen wie manche Barockkirche“, sagt Thomas Scherer. Und Roland Saive fügt hinzu: „Es ist ein sehr bescheidener Barock.“

Zu den ältesten Gegenständen in der Kirche gehören die beiden Glocken aus den Jahren 1758 und 1878 stammen, und die Geib-Orgel, die 1818 in die Kirche kam. „Die Glocken und die Orgelpfeifen sind in den beiden Weltkriegen nicht geschleift worden. Das ist ungewöhnlich“, sagt Saive.

Während die Gemeindeausschussmitglieder von vielen Ausstattungsgegenständen wissen, woher sie stammen und seit wann sie in der Kirche sind, geben andere Rätsel auf – so wie eine Christusfigur, die links im Altarraum hängt. Sie sei vermutlich die älteste Figur in St. Cyriakus. „Aber warum sie an dieser Stelle hängt, das können wir uns nicht erklären“, sagen sie.

Termin

Die Messfeier zum Kirchenjubiläum am Sonntag, 26. Juni, beginnt um 9.30 Uhr. Die Feier leiten Pater Dr. Wojciech Kordas sowie der Wormser Dompropst Tobias Schäfer, der auch Festprediger ist. Musikalisch begleitet die Kolpingkapelle Oggersheim den Gottesdienst. Nach der Messe sind alle bei einem Stehempfang eingeladen weiter zu feiern, bei schönem Wetter auf dem Kirchengelände.

 

 

 

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