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Pfarreien

In dieser Übersicht finden Sie die Pfarreien die zum Dekanat Ludwigshafen gehören.

Ludwigshafen 1 "Heilige Petrus und Paulus"

Ludwigshafen Innenstadt, südliche Innenstadt und Mundenheim
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Ludwigshafen 2 „Heilige Katharina von Siena“

Gartenstadt, Maudach, Rheingönheim
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Ludwigshafen 3 "Heiliger Franz von Assisi"

Oggersheim, Ruchheim
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Ludwigshafen 4 „Heilige Edith Stein“

Edisheim, Oppau
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Ludwigshafen 5 "Heilige Cäcilia"

Friesenheim, Hemshof
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Montag, 14. September 2020

„Ich war sehr gerne in Ludwigshafen“

Mit den Menschen ins Gespräch kommen, Räume für Begegnungen schaffen, im besten Sinne des Wortes Seelsorger sein – all das ist Pfarrer Dr. Udo Stenz wichtig. Nach acht Jahren als Pfarrer in Ludwigshafen übernimmt er am 1. Oktober die Pfarrei Heiliger Franz von Assisi in Queidersbach.

Ein kleines Brünnlein plätschert im Pfarrgarten von St. Dreifaltigkeit. Eine Hecke rahmt den gepflegten Garten mitten im Hemshof ein, ein Pavillon spendet Schatten. Die grüne Oase ist ein Begegnungsort für die Gemeindemitglieder, genauso wie die frühere Pfarrerswohnung in St. Josef in Friesenheim. Beide sind während der Amtszeit von Udo Stenz in der Pfarrei Hl. Cäcilia entstanden und für ihn ein Bild dafür, wie Kirche erlebt wird: „Nicht nur im Kirchenraum, sondern nach außen sichtbar, mit offener Tür und gastfreundlich“, sagt er.

Er geht bewusst auf die Menschen zu

Udo Stenz wartet nicht darauf, dass die Menschen zu ihm oder in die Kirche kommen, sondern geht bewusst auf die Menschen zu. Gerade auch auf die, die außerhalb der Gesellschaft leben. So ist es in der Pfarrei Hl. Cäcilia schon seit langem selbstverständlich, dass bei Festen Speisen und Getränke kostenfrei ausgegeben werden. „Wir bitten nur um eine Spende. So kann jeder mitfeiern“, sagt der 50-Jährige.

Engagement für sozial Schwache

Seit 2014 geht eine Gruppe Pfarreimitglieder mit Pfarrer Stenz regelmäßig in die Bayreuther Straße, verteilt an die Bewohner Kaffee, Kuchen, aber auch Spielsachen für Kinder. „Es war mir ein großes Anliegen, auch zu diesen Menschen zu gehen, nicht in der Schwere des Auftrags, ihnen etwas sagen zu müssen, sondern in der Leichtigkeit, ihnen Kaffee und Kuchen zu bringen“, sagt er. Dieses Engagement für sozial Schwache belohnte der Caritasverband für die Diözese Speyer 2019 mit dem Nardini-Preis.

Udo Stenz erwähnt den Preis nur am Rande. Stolz ist nicht seine Sache, eher die Freude an all dem, was ihm in seiner Amtszeit gelungen ist. Und immer wieder erwähnt er das Team, die Gemeinde – wohl wissend, dass „der Pfarrer“ alleine nicht viel bewirken kann. „Es braucht Anstöße, mal vom Pfarrer an die Gemeinde, mal andersherum, und diese müssen natürlich auch aufgegriffen und umgesetzt werden“, weiß er. „Ich war sehr gerne in Ludwigshafen“, blickt er zurück. Er habe viele Menschen getroffen, die sehr aufgeschlossen für Kirche und Glauben seien und eine Leidenschaft für Kirche haben. 

Pfarrer im zweiten Anlauf

Die Pfarrei Hl. Cäcilia war die erste Pfarrersstelle für Udo Stenz. Zwar wollte er schon als kleiner Junge Pfarrer werden, doch absolvierte er zunächst ein Jurastudium und arbeitete in der Rechtsabteilung der Handwerkskammer in Saarbrücken. Mit 30 nahm Stenz dann einen neuen Anlauf und verwirklichte seinen langgehegten Berufswunsch. In München und Rom studierte er Theologie. 2006 wurde er in Rom zum Priester geweiht, 2011 folgte die Promotion. Die Kaplanszeit absolvierte er in Bergzabern, bevor er dann 2012 nach Ludwigshafen kam. Seit Juni 2019 ist er Prodekan des Dekanats Ludwigshafen.

„Damals wurde mir prophezeit, das sei eine schwierige Pfarrei“, erinnert er sich. Eine Sache, die sich jetzt gerade wiederholt. „Queidersbach – das ist aber eine schwierige Pfarrei. So beginnt momentan fast jedes Gespräch“, erzählt Udo Stenz. Schließlich hat sein Vorgänger dort Anfeindungen erlebt, sogar Morddrohungen bekommen.

Miteinander der Nationen

„Das Miteinander der Nationen und Kulturen freut mich immer wieder“, blickt er auf seine Ludwigshafener Zeit zurück. Es spiele hier überhaupt keine Rolle, wo jemand herkomme und wie er aussehen. „Wir begegnen einander, wir haben ein Miteinander. Das bildet Kirche ab, die zusammenwächst aus allen Menschen“. Das sagt er gerade mit Blick auf seine neue Pfarrstelle, wo das Schlagwort Rassismus kursiere. Er habe gelernt, sich selbst ein Bild zu machen und unvoreingenommen auf die Menschen zuzugehen.

Der neuen Stelle sieht er positiv und mit Freude entgegen. Dabei freut ihn, dass Bischof Karl-Heinz Wiesemann ihn persönlich angesprochen und gefragt hat, ob er die Pfarrei übernehmen wolle. „Er meint, ich sei der richtige Mann für die Stelle“, sagt er.

Da wegen der Pandemie eine große Verabschiedung ausfallen muss, nutzt er momentan alle Gottesdienste, um sich von möglichst vielen Gemeindemitgliedern persönlich zu verabschieden. Vermutlich findet die Verabschiedung am 3. Oktober in St. Josef im Rahmen der musikalisch-geistlichen Matinee statt.

Text und Bild: rad

 

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