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Pfarreien

In dieser Übersicht finden Sie die Pfarreien die zum Dekanat Ludwigshafen gehören.

Ludwigshafen 1 "Heilige Petrus und Paulus"

Ludwigshafen Innenstadt, südliche Innenstadt und Mundenheim
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Ludwigshafen 2 „Heilige Katharina von Siena“

Gartenstadt, Maudach, Rheingönheim
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Ludwigshafen 3 "Heiliger Franz von Assisi"

Oggersheim, Ruchheim
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Ludwigshafen 4 „Heilige Edith Stein“

Edisheim, Oppau
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Ludwigshafen 5 "Heilige Cäcilia"

Friesenheim, Hemshof
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Donnerstag, 15. Oktober 2020

Soroptimisten spenden für obdachlose Frauen

Spendenübergabe vor St. Martin: (von links) Vizepräsidentin Dagmar Ritthaler, Einrichtungsleiterin Marija Krstanović, Projektverantwortliche Constanze Still und Präsidentin Annette Olschinka-Rettig

Der Soroptimist International Club Ludwigshafen hat 4000 Euro an das Caritas-Förderzentrum St. Martin in Ludwigshafen zur Unterstützung des Caritas-Projekts für obdachlose Frauen gespendet.

Eines der wenigen Hilfsangebote für Frauen, das Caritas-Projekt  „Resozialisierung obdachloser Frauen“,  hat vom Soroptimist International Club Ludwigshafen 4000 Euro zur Unterstützung bekommen. Am Montag, 5. Oktober, übergaben Präsidentin Annette Olschinka-Rettig und Vizepräsidentin Dagmar Ritthaler den symbolischen Scheck. Einrichtungsleiterin Marija Krstanović und  Constanze Still, Leiterin des Frauen-Projekts. nahmen das liebevoll gestaltete Plakat vor der Haustür vom Caritas-Förderzentrum St. Martin in Ludwigshafen am Unteren Rheinufer  entgegen. Die Übergabe des symbolischen Schecks war wegen der Corona-Krise verschoben worden, die Spende selbst erfolgte schon früher.

5 Plätze für Frauen

Wer auf der Straße lebt, lebt gefährlich, besonders als Frau. Gewalt, Sucht, psychische und körperliche Erkrankungen, Überschuldung, Arbeitslosigkeit, Trennungen und Schicksalsschläge prägen ihr Leben zumeist. „Sie haben oft sexuelle Übergriffe und toxische Beziehungen hinter sich“, erklärte Constanze Still. Seit 2016 gibt es in der Ludwigshafener Einrichtung ein Frauen-Projekt. Fünf Plätze stehen zur Verfügung. Das Förderzentrum St. Martin war bisher überwiegend für Männer zuständig.

Vier der über die Stadt verteilten Wohnungen sind belegt, ein Platz in einer Wohngemeinschaft ist frei. Es gibt viele Interessentinnen. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet, die Wirksamkeit wurde inzwischen nachgewiesen. Die Teilnehmerinnen kommen unter anderem direkt von der Straße, von der Obdachlosenbehörde, aus Frauenhäusern, Kliniken, Suchtberatungsstellen, der Justizvollzugsanstalt.

Eine Wohnung, Arbeit und Teilhabe an der Gesellschaft

 „Unser Ziel ist es, den Frauen eine eigene Wohnung und Arbeit zu vermitteln sowie Selbstwertgefühl und Teilhabe an der Gesellschaft“, erläutert Still. Um das zu erreichen, besucht sie die Frauen anfangs mehrmals in der Woche, gegen Ende hin einmal pro Woche. „Eine Teilnehmerin hat gerade einen unbefristeten Arbeitsvertrag als Lehrerin unterschrieben“, freut sie sich.

Soroptimistinnen engagieren sich für Frauen in Not

Die Soroptimistinnen sind ein Service-Club, dessen Mitglieder ausschließlich berufstätige Frauen weltweit sind. Unter den Mitgliedern gibt es unter anderem Lehrerinnen und Journalistinnen, Juristinnen und Floristinnen. Der Ludwigshafener Soroptimist-Club hat das Geld für die Spende an das Caritas-Förderzentrum erwirtschaftet - unter anderem mit einer Fundraising-Veranstaltung im Schifferstadter Kino, wie Präsidentin Annette Olschinka Rettig, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Alternativer Investments mit Sitz in Bonn, und Vizepräsidentin Dagmar Ritthaler, Frauenärztin in Limburgerhof, bei der Spendenübergabe berichteten. Passend zur Spende handelte der Film "Der Glanz der Unsichtbaren" über Obdachlose in Paris.

 „Hilfe für Frauen in Not und die Verbesserung von Lebens- und Arbeitsbedingungen von Mädchen und Frauen sind unsere Ziele“, erklärt Dagmar Ritthaler. Nächstes Jahr wird der Club 100 Jahre alt. Der Ludwigshafener Zweig besteht seit 52 Jahren und zählt knapp 40 Mitglieder. Die Frauen haben bereits über 100.000 Euro für vielfältige Projekte und Institutionen gespendet. Ein Vortrag der damaligen Projektverantwortlichen vom Caritas-Förderzentrum St. Martin brachte die Ludwigshafener Soroptimistinnen auf die Idee, den obdachlosen Frauen zu helfen.

Bereit für ein Leben in neuen Bahnen

Doch nicht jede Frau kann an dem Projekt teilnehmen. „Selbständig müssen die Frauen sein“, erklärte Marija Krstanović. Volljährigkeit ist eine weitere Aufnahmebedingung, Freunde, Ehemänner und kleine Kinder dürfen nicht mit einziehen, Hunde sind ebenfalls nicht erlaubt. Für gewöhnlich müssen die Frauen sich in Ludwigshafen oder dem Rheinpfalz-Kreis aufhalten und nicht illegal hier sein. „Die Obdachlosen müssen bereit sein, ihr Leben in neue Bahnen zu lenken“, erläutert die Einrichtungsleiterin. Die Anzahl der wohnungslosen Frauen schätzt sie auf 25 Prozent der Gesamtzahl der Obdachlosen. „Die schlafen mal bei der einen Freundin, mal bei der anderen. Doch sie sind eine Gruppe, die man beachten und einbinden muss“, betont sie.

Psychische Probleme beispielsweise sind oft der Anfang eines Teufelskreises, aus dem viele Menschen ohne Hilfe nicht mehr herausfinden. Sie sind arbeits- und wohnungslos, obwohl sie sich integrieren wollen und können. In Deutschland kann man schnell unter der Brücke landen, die Erfahrung machen viele. Wohnungslosigkeit ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. „Ein Moment, in dem man kein Auffangnetz hat, ist oft der Grund“, erklärt Still.

Förderzentrum ist auf Suche nach neuem Ort mit mehr Platz

 „Bei den Hilfsangeboten sind Frauen zahlenmäßig benachteiligt“, meint Marija Krstanović. „Mittel- und langfristig müssen wir einen neuen Ort für uns suchen“, berichtet sie über ihre Pläne für die Zukunft. Die neue Einrichtung soll dann auch für Frauen und Jugendliche Hilfsangebote im Haus bereithalten. „Dann können wir auch denen helfen, die die Tagestruktur verloren haben“, hofft sie. „Wir brauchen nicht nur Räume für die Menschen, sondern auch welche, die es ihnen möglich machen, sich selbst zu integrieren“, erklärt sie. Das könnte etwas Handwerkliches sein. Es sollte aber auch für andere Gruppen möglich sein, einen Weg aus der Wohnungslosigkeit zu finden.“ Die Soroptimistinnen wollen auch künftig helfen, versprechen sie beim Abschied.

Text und Foto: Andrea Döring für den Caritasverband für die Diözese Speyer

 

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