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Pfarreien

In dieser Übersicht finden Sie die Pfarreien die zum Dekanat Ludwigshafen gehören.

Ludwigshafen 1 "Heilige Petrus und Paulus"

Ludwigshafen Innenstadt, südliche Innenstadt und Mundenheim
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Ludwigshafen 2 „Heilige Katharina von Siena“

Gartenstadt, Maudach, Rheingönheim
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Ludwigshafen 3 "Heiliger Franz von Assisi"

Oggersheim, Ruchheim
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Ludwigshafen 4 „Heilige Edith Stein“

Edisheim, Oppau
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Ludwigshafen 5 "Heilige Cäcilia"

Friesenheim, Hemshof
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Dienstag, 11. September 2018

Gründerin der Niederbronner Schwestern: Selig gesprochen

Es war ein wichtiges und bedeutendes Ereignis, auf das die Ordensschwestern im Krankenhaus Zum Guten Hirten lange hingefiebert hatten: Am Sonntag, 09.09.2018, wurde die Gründerin der Kongregation der Schwestern des Göttlichen Erlösers (Niederbronner Schwestern) selig gesprochen: „Ich bin ganz ergriffen.“ Das war die erste Reaktion von Sr. Waltraud, Klinikseelsorgerin im Ludwigshafener Krankenhaus Zum Guten Hirten. Und Sr. Albertis, Oberin der Schwesterngemeinschaft dort, sagt voller Stolz: „Und das in Straßburg, der Stadt mit dem Sitz des Europaparlaments!“ Gerade war eine mehr als dreistündige Feier zu Ende gegangen, in deren Verlauf Mutter Alfons Maria (Elisabeth) Eppinger selig gesprochen wurde.

Lange haben sich die drei aus der Gründung durch Mutter Alfons Maria hervorgegangenen Kongregationen weltweit auf dieses Ereignis vorbereitet, am Sonntag, 09.09.2018, war es dann endlich soweit: Aus Rom reiste Kardinal Giovanni Angelo Becciu an. Er ist Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse und Gesandter von Papst Franziskus. In einem sehr feierlichen und dennoch schlichten Gottesdienst verlas er das Apostolische Schreiben, mit dem der Papst Mutter Alfons Maria in die Liste der Seligen eingeschrieben hat.

Feierlicher und doch schlichter Gottesdienst

Am Morgen waren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus den Krankenhäusern Zum Guten Hirten in Ludwigshafen und Sankt Vincentius in Speyer mit einem Bus nach Straßburg aufgebrochen. Bei ihnen waren auch Schwestern aus dem Kloster Esthal und aus Neustadt. Die knapp 60 Personen – hinzu kamen einige in Privatautos – hatten aber bei weitem nicht den weitesten Weg: Ordensschwestern reisten aus allen Provinzen der weltweit vertretenden Kongregationen an. Demzufolge wurde auch der Gottesdienst in vielen verschiedenen Sprachen gefeiert. Dabei brachten auch Schwestern aus Angola das Evangeliar, und Schwestern aus Indien gestalteten die Eucharistie mit Anbetungsgesten und Gesang aus ihrer Heimat. Für Sr. Beata Maria, Oberin der Schwesterngemeinschaft im Sankt Vincentius Krankenhaus in Speyer, war es besonders schön, „dass an einigen Stellen die einzelnen Generaloberinnen der Kongregationen, die aus der ursprünglichen Kongregation hervorgegangene sind, ihren Teil am Gottesdienst beitragen konnten.“

Lange vor dem Gottesdienst wurden die rund 1400 Besucher der Straßburger Kathedrale in Gebetszeiten auf das Kommende eingestimmt. Weitere zahlreiche Besucher der Stadt verfolgten den Gottesdienst im Freien. Während der Gebetszeiten  lasen Lektoren Texte der Seligen. Darin ging es ihr um die Liebe zu Jesus, um die Sehnsucht nach Gott,  um ihren Auftrag an die Schwestern, die ihr nachfolgten, und um die Rolle der Priester und deren Liebe zu Gott.

Eine einfache, aber bemerkenswerte Frau

Die Texte machten deutlich, was für Mutter Alfons Maria wesentlich im Leben war. Und die daran anschließenden Gebete zeigten, wie aktuell ihre Anliegen auch noch in der heutigen Zeit sind. 

Die Selige wurde im Rahmen der Feier noch einmal vorgestellt. Das Kind einfacher Menschen, das als erstes von elf Geschwistern in Bad Niederbronn, einem kleinen Städtchen im Elsass geboren wurde, war schon früh an allem interessiert, was mit Religion und Glauben zu tun hatte. Sie konnte kaum lesen und noch weniger schreiben, oft kränkelte sie. In der letzten von drei schlimmen Krankheitsphasen erlebte sie eine intensive mystische Phase. 1849, im Alter von 35 Jahren, wurde ihr klar, dass sie eine Kongregation gründen möchte; 1850 setzte sie dieses Vorhaben in die Tat um. Schnell folgten ihr Frauen nach, die wie sie – in der Nachfolge Jesu und Marias – die Kranken pflegen und „auf alle menschlichen Notsituationen eingehen“ wollen, den Sterbenden beistehen und dies ohne Unterschied der Religion.

Direkt nach der Eröffnung des Gottesdienstes, an dem zahlreiche Bischöfe und Priester teilnahmen, verlas der päpstliche Gesandte die entsprechende Urkunde der Seligsprechung. Darin heißt es unter anderem: „Alfons Maria Eppinger … hat im Leiden schweigend und betend Zeugnis gegeben von der Liebe Gottes, vor allem zu denen, die an Leib und Seele krank waren.“ Auch die Diözese Speyer war vertreten durch Generalvikar Andreas Sturm und Pfarrer Michael Janson.

Unter langem Beifall wurde in der Kathedrale ein riesiges neues Portrait von Mutter Alfons Maria enthüllt. Und 1300 Gläubige sangen laut eine Hymne zur Ehre der Seligen.

In seiner Ansprache ehrte Kardinal Giovanni Angelo Becciu Mutter Alfons Maria als „bemerkenswerte Frau“. Er nannte sie eine „Missionarin der Nächstenliebe“, die Tag und Nacht für die Menschen da war. Sie habe gesehen, was in ihrer Zeit notwendig war, und das werde auch in der heutigen Zeit von denen erwartet, „die wir uns Christen nennen.“

Ein "großes Geschenk" für die Ordensfrauen

„Die Seligsprechung ist ein Aufbruch auch für mich“, hatte Sr. Waltraud im Vorfeld gesagt. Und Sr. Albertis empfindet es als eine Würdigung, „dass wir unsere Stifterin jetzt als Fürsprecherin anrufen können.“

Auch Sr. Beata Maria  hat diesen Tag „als großes Geschenk“ empfunden, der ihr persönlich sehr gut getan habe. „Und natürlich ist diese Seligsprechung auch eine Gebetserhörung, denn wir Schwestern haben jahrelang dafür gebetet.“ Der Gottesdienst war für alle Mitfeiernden ein großes Erlebnis. „Vor allen Dingen hat mich tief beeindruckt, dass aus allen Ecken der Welt so viele verschiedene Schwestern kamen“, so Sr. Beata Maria weiter. Mit dabei waren auch die Weggemeinschaften, Freunde und MitarbeiterInnen aus den Einrichtungen, in denen die Schwestern noch tätig sind. „Sie alle persönlich zu erleben und in Kontakt zu kommen, war ein einmaliges Erlebnis.“

Dieses Erlebnis wurde im Anschluss an den Gottesdienst noch vertieft. Da trafen sich alle Mitfeiernden zum gemeinsamen Essen, Austauschen und Kennenlernen, bevor sich die Ordensschwestern auf ihren zum Teil sehr langen Rückweg machten.

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